Es ist Sommer 2020. Der Abend am 08. August ist sehr heiß. Es sind um die 35 Grad. Die Kleidung der Besucherinnen ist leicht, doch das Gesicht verdeckt zur Hälfte eine Atemmaske. Es ist COVID -19-Zeit. Inzwischen sind die Maßnahmen ein wenig gelockert worden, so dass die FrauenArt stattfinden darf. Auch wir halten den Mindestabstand, lüften die Räumlichkeiten und desinfizieren unsere Hände.
Ich bin sehr dankbar, dass sowohl die Künstlerin als auch die Kunstliebhaberinnen heute dabei sind. Das Virus hat nicht nur die Gesundheit und Solidarität in der Bevölkerung auf die Probe gestellt, sondern besonders die Kunst- und Kulturbranche getroffen. Gerade deswegen wertschätze ich die Anwesenheit der wenigen Damen sehr.
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Maskenpflicht auch bei FrauenArt
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Blick in den Innenraum an der Eingangstür
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Für eine Erfrischung ist auch schon gesorgt
Wie immer gehen die Gespräche schon an der Tür los. Mit einem Glas Weißwein oder Wasser wird der Durst gelöscht. Die Freude ist groß, denn die Damen kennen sich bereits und sehen sich bei der FrauenArt nach einiger Zeit wieder.
Spontan werfen die Künstlerin und ich unser Programm um. Wir beginnen den Dialog nicht im Ausstellungsraum, sondern unten im Keller. Hier hängt eine ca. 2 x 3 m große Arbeit der Künstlerin, die beispielhaft die Anfänge ihrer abstrakten Werke zeigt. Dadurch bekommen wir einen direkten Einblick in die Entwicklung des Stils und Themen von Anna Tatarczyks Kunst. Wir können sehr gut ihren Weg nachverfolgen: Von einer Gestaltungsweise mit mehreren bunten, sich überlappenden Linien, die die Dimensionen des (Bild)Raumes sprengen hin zu Reduktion auf die geometrische Figur der Raute, deren Innenleben jedoch das Spiel der Farben und Formen aus der früheren Schaffenspause wieder aufgreift.
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Bildbeispiel: Verschmelzung der Stile in Anna Tatarczyks Kunst
Die aktuelleren Bilder betrachten wir dann in dem oberen Raum von Park-Kultur (auf der Oststraße 118 in Düsseldorf), der speziell für Ausstellungen bestimmt ist. Hier hängen 17 Bilder der fleißigen Künstlerin die überwiegend in diesem und vergangenem Jahr entstanden sind. Die Formate variieren. Die Farbwahl ebenfalls. Doch die auf der Spitze balancierende Raute ist DIE Form, die alle Gemälde miteinander vereint. Hier wiederum sehen die Betrachterinnen die Vielfallt der Gestaltung der Raute, die dadurch ein wenig Mystik in sich birgt.
Der Dialog vertieft sich immer mehr. Wir philosophieren über den Ursprung der Raute, die Aufgabe der Kunst, ihr Sein an sich. Folglich denken wir auch über die Aufgabe des/der KünstlerIn nach und in diesem Kontext des Seins generell. Schließlich tauschen wir uns über die subjektive Wahrnehmung von Kunstwerken jeder einzelnen von uns als Betrachterin aus, was sehr erkenntnisreich ist.
Im Laufe des Abends erfahren wir ebenfalls die ein oder andere Anekdote aus dem Leben der Künstlerin selbst, z. B. wie sie zur Kunst gekommen ist, warum sie die Raute nicht loslässt und was es für sie bedeutet Künstlerin zu sein. Wir lachen viel. Anna Tatarczyk redet und redet. Ihre Gedanken überschlagen sich förmlich. Sie ist ganz in ihrem Element, mitten in ihrer Kunst. Und so verrät sie uns zum Schluss, dass die Raute sich nun doch wandelt. Vertrauensvoll zeigt Sie uns ihre neusten Arbeiten, die gerade eben, in den letzten Tagen, kurz vor der Veranstaltung, entstanden sind. Die Farbe ist noch nicht ganz trocken. Die Streifen des Tesafilms kleben noch immer auf den Leinwänden. Es ist eine Situation, die so spontan nur in einem Atelier möglich ist. Es ist eine Situation, die nur unter Vertrauten passieren kann – ganz im Sinne von FrauenArt, auf Frauen Art.
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Vielen Dank liebe Anna
Sie wollen bei der nächsten FrauenArt auch dabei sein? Gern. Tragen Sie sich einfach in den Verteiler ein, so verpassen Sie keine Veranstaltung mehr.
Mehr über die Künstlerin des Abends lesen Sie hier: Anna Tatarczyk
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