Anlehnung an die Badewanne von Beuys - Ist das Kunst oder kann das Weg

Ist das Kunst, oder kann das weg?

Hier verrate ich Ihnen vier Kriterien, die sich für mich im Laufe der vielen Jahre Auseinandersetzung mit Kunst als deren Eigenschaften herauskristallisiert haben und derer ich mich bei der Definition von Kunst bediene. Oft wurden mir auch diese Kunst-Charakteristika in Gesprächen mit Künstlern, Sammlern und Käufern auf die Frage „Was ist Kunst für Sie?“ genannt.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und die ein oder andere Erkenntnis im Bezug auf die doch in letzter Zeit immer öfter auftauchende Frage: „Ist das Kunst, oder kann das weg?“

InnerDance Visualisierung in Farbe

Kunst & Spirit: Inner Dance und dessen Visualisierung in Farbe

Wir sind viel mehr als unsere Gedanken. Wir sind viel mehr als unser Verstand begreifen kann. Erst wenn wir das Verstehenwollen loslassen und zulassen, dass wir keine Kontrolle haben, hören wir das flüstern unseres Herzens, spüren die Freude unserer Seele.

Dementsprechend folgt nun nach unserem Inner Dance der nächste Schritt: Das Festhalten des gerade Erlebten in Farbe bzw. der Versuch das gerade Wahrgenommenen einen Ausdruck zu geben, es im Hier und Jetzt zu manifestieren, greifbar und dadurch begreifbar zu machen.

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Anna Tatarczyk

In den Raute-Bildern von Anna Tatarczyk wirken manche der Farben sogar lasierend und vermitteln uns den Eindruck ein weißer Schleier liegt über der Raute. Tut er aber nicht. Es ist das Ergebnis der genauen Farbmischung. Zusätzlich teilt die Künstlerin diese unterschiedlichen Farbnuancen in verschiedene geometrische, von einander immer scharf getrennte Formen. Dadurch sehen wir Formen die zusammen spielen, sich überlappen oder stark voneinander getrennt sind. Es entstehen Ebenen und geometrischen Figuren innerhalb der verschiedenen Formen selbst und unsere Wahrnehmung bekommt immer wieder einen neuen Reiz, der immer wieder zwischen Zwei- und Dreidimensionalität kippt.

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FrauenArt mit Anna Tatarczyk – Die Vielfältigkeit der Raute

Es ist COVID -19-Zeit. Inzwischen sind die Maßnahmen ein wenig gelockert worden, so dass die FrauenArt stattfinden darf. Auch wir halten den Mindestabstand, lüften die Räumlichkeiten und desinfizieren unsere Hände.

Wie immer gehen die Gespräche schon an der Tür los. Es wird gelacht und der Durst erstmals mit Wasser und Wein gelöscht. Spontan werfen die Künstlerin und ich unser Programm um. Wir beginnen den Dialog nicht im Ausstellungsraum, sondern unten im Keller. Hier hängt eine ca. 2 x 3 m große Arbeit der Künstlerin, die beispielhaft die Anfänge ihrer abstrakten Werke zeigt. Dadurch bekommen wir einen direkten Einblick in die Entwicklung des Stils und Themen von Anna Tatarczyks Kunst.

(c) Silke Albrecht, Detail des Bildes "Ohne Titel (Salon 3)", 2019

Silke Albrecht

Die Kraft, die Silke Albrecht antreibt, sich jeden Tag mehrere Stunden in ihrem kühlen Atelier zu Klängen von New Age Musik der 70er Jahre ihrer Kunst zu widmen ist, in ihren Werken den Kontrast und gleichzeitig die Symbiose des Einzelnen mit dem Ganzen auszudrücken. In ihren aktuellen Arbeiten begegnen wir unterschiedlichen Schöpfungswelten, die sich wiederum aus einzelnen Mikrokosmen zusammen setzten. Oft weisen auch die Titel der Bilder auf diese visuellen Darstellungen von Brüchen und Entstehungsprozessen hin, wie z.B. “rupture” (= Riss, Bruch) oder “sediments” (=Ablagerungen).

Dorothea Schüle

In ihrem eigenen Stil, der einige der traditionellen Malweisen aufgreift und diese in eine eigene Bild- und Gestaltungssprache transformiert, widmet sich Dorothea Schüle auf den ersten Blick „nur“ alltäglichen Motiven, die anfangs durch ihre ästhetische Darstellung unsere Aufmerksamkeit einfangen, auf den zweiten Blick weit darüber hinaus gehen und sich mit dem Menschen an sich und seiner Gestaltung des Lebens auseinandersetzen.

FrauenArt – Weiblichkeit in der Kunst

Über eine Stunde findet das Gespräch in der Gruppe statt. Es wird gelacht, applaudiert. Von einer Werkpräsentation zu anderen bewegen wir uns weiter. Dabei wechseln wir immer wieder die Perspektive und lernen neue mögliche Entstehungsprozesse und Herangehensweisen an die Kunst kennen, die auch Berührungspunkte haben, meistens jedoch sehr individuell/eigensinnig sind.

Besonders deutlich wird dies gerade durch die unmittelbaren Aussagen und persönliche Einblicke in die „Ateliers“ der drei Künstlerinnen. Die Körpersprache spricht dabei Bände. Abwechselnd erzählen sie vor ihren Werken, was sie inspiriert, wie ihre Schaffensprozesse aussehen und was ihre Visionen sind.

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