Art Consulting Mese – Kunst ist Lifestyle

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Kunst & Spirit: Inner Dance und dessen Visualisierung in Farbe

Erfahrungsbericht

Wir liegen auf der weichen Yogamatte. Der Duft des weißen Salbeis kitzelt in meiner Nase. Draußen spielt der Wind mit den Blättern der großen Eiche, die im Hof der heutigen Location steht. Meine Augen sind geschlossen. Meine Gedanken tanzen noch durcheinander. Doch mein Atem wird langsamer. Mein Körper lässt die Anspannung der vergangenen Tage los.
Die Musik erklingt. Sie erscheint mir wirr. Sprechgesang überlagert die Musik, die wiederum gar nicht harmonisch klingt. Bilder erscheinen vor meinem Auge. Gut, dass ich mit einer wärmenden Wolldecke zugedeckt bin, denn ich tauche jetzt in mein Innerstes ein. Meinen Körper nehme ich kaum noch wahr. Meine Aufmerksamkeit folgt den Bildern, die nun, wie ein Film in meinem Kopf, hintereinander ablaufen. Ich bewerte sie nicht. Ich beobachte. Auch meine Gefühle, die bei diesem Film an mein Herz klopfen, versuche ich so gut ich kann nur wahrzunehmen und kein Urteil über sie zu fällen.
Später erfahre ich, dass dieser Unterbewusstsein-Wachzustand ca. 120 Min gedauert hat. Es kam mir vor, wie 15. Ich notiere mir die Gedanken, Erkenntnisse, Botschaften, die noch an der Oberfläche meines Wachzustandes schweben. Da sie noch da sind, scheinen sie wichtig zu sein.
Auch wenn ich jetzt auf meiner Matte sitze und der Stift die Linien zu einzelnen Buchstaben, Wörtern, Botschaften formt, fühle ich mich immer noch wie in Trance. Diese Energie umgibt mich, wie ein Kokon.
Es ist mein dritter Inner Dance. Jedes Mal ist es erkenntnisreich. Jedes Mal ist es anders. Jedenfalls anders als erwartet – paradoxerweise auch wenn ich nichts erwarte bzw. so gut ich kann nichts zu erwarten versuche.
Was ich bereits gelernt habe, ist, diesen Prozess in meinem Inneren – den Inner Dance im wahrsten Sinne des Wortes – nicht mit dem Verstand begreifen zu wollen oder gar verstehen zu wollen, warum das oder jenes gerade an die Spitze des Eisbergs gelangt. Das Beste ist, sich diesem Tanz einfach hinzugeben. Geschehen zu lassen, was geschehen soll.
Wir sind viel mehr als unsere Gedanken. Wir sind viel mehr als unser Verstand begreifen kann. Erst wenn wir das Verstehenwollen loslassen und zulassen, dass wir keine Kontrolle haben, hören wir das flüstern unseres Herzens, spüren die Freude unserer Seele.
Viele die es bereits erlebt haben, beschreiben diesen Zustand als meditativ. Viele KünstlerInnen sagen auch oft, dass ihre Arbeit, der Schaffensprozess für sie ihre Meditation ist. In dem heutigen Sprachgebrauch wird dieser Warhnehmungszustand als Flow bezeichnet. Meistens erscheint er uns zeitlos. Seine Ausdrucksmöglichkeiten sind unterschiedlich. Es offenbart sich uns z. B. als Wort = Poesie, Bewegung = Tanz, Tonfrequenzen = Musik, Form (und Farbe) = Kunst oder einfach als eine neue Kreation unseres Geistes, ein Ergebnis unserer geistigen Vorstellung, die sich schließlich durch unsere Hände in einer materiellen Form (als Produkt) manifestieren darf.
Dementsprechend folgt nun nach unserem Inner Dance der nächste Schritt: Das Festhalten des gerade Erlebten in Farbe bzw. der Versuch das gerade Wahrgenommenen einen Ausdruck zu geben, es im Hier und Jetzt zu manifestieren, greifbar und dadurch begreifbar zu machen.
Den TeilnehmerInnen stehen nun mehre Materialien zur Verfügung: Leinwände, Malkarton, Büttenpapier, Acrylfarbe, Pastellkreide, Tusche. Alles darf genutzt werden, auch gemischt. Doch zu meinem Erstaunen entscheiden sich alle für die Acrylfarbe und Leinwand. Nun werden die ersten Pinselspuren auf den Malgrund gesetzt. Vertieft entstehen die ersten Formen. Intuitiv lassen sich die Seelen weiter in ihrem Prozess leiten. Es vergehen die nächsten zwei Stunden wie im Flug. Ohne Druck darf nun das Ausdruck finden, was jetzt dran ist. Mir ist wichtig, dass genau dafür genug Zeit da ist.
Erst wenn dieser Flow schwindet, die Hände nicht mehr kreieren wollen, der Körper müde wird und der Geist eine Auszeit haben will, gönnen wir uns eine Pause: Wir stärken uns mit unserem Proviant, wohltuendem Tee und Wasser. Dabei werden zum ersten Mal auch Blicke auf die Arbeiten/Ergebnisse der anderen geworfen. In den Gesichtern werden die Augen groß: “Warum haben wir das gleiche gemalt?”, fragt eine der Teilnehmerinnen und trifft es genau auf den Punkt.

Weil die Gruppe, die sich zu diesem Zeitpunkt für diesen Inner Dance zusammen findet, sich gegenseitig trägt. Auch die Themen sind ähnlich. Manchmal werden sie von verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, doch im Kern geht oft um ein und den gleichen Aspekt. Später in der Besprechungsrunde wird dieses besonders deutlich.

Die Visualisierung direkt vor den Augen bestätigt dieses Phänomen erneut. Und so schließt sich der Kreis der Selbsterfahrung über die Resonanz bis hin zur Selbstreflexion und sogar Resilienz.
Gestärkt, voller neuer Geschenke und mit einem selbsterschaffenen, künstlerischen Reminder dieser Reise in unser Unterbewusstes, gehen wir nun jede/r seinen eigenen Weg, bis sich diese individuellen Pfade wieder, genau zum richtigen Zeitpunkt kreuzen. Vielleicht begegnen wir uns wieder bei einem Inner Dance. Vielleicht wird dieser wieder von einem Thema getragen. Vielleicht aber auch nicht.
Wir werden sehen. Denn eine Konstante gibt es bei Inner Dance schon:
Alles darf. Nichts muss.
Alles zu seiner Zeit.
Der nächste Termin für “Inner Dance und dessen Visualisierung in Farbe” ist Samstag, der 28. November 2020.

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