Dolce Vita bei FrauenArt

mit Gemälden der Künstlerin Dorothea Schüle
Artist Talk - direkt im Atelier

FrauenArt am 5. Juni 2019
Der Duft von Pfingstrosen umhüllt dezent den Eingangsraum des Ateliers. Hier hängen überwiegend Klein- und Großformate, die Tischarrangements, halbvolle Weingläser oder saftige Nahrungsmittel darstellen. Einige der Motive laden zum Verweilen ein. Hier werden Gäste erwartet. An anderer Stelle wiederum sind diese bereits gegangen. Der Tisch zeigt, dass es ein langes und geselliges Miteinander war.
FrauenArt, im Atelier, Dorothea Schüle, Art Consulting Mese
Und gesellig wird es auch an diesem Abend (05.06.2019) der zweiten FrauenArt in dem Atelier an der Mintropstr. 14, mitten im Geschehen, am Puls des Lebens in Düsseldorf. Gegen 18:30 Uhr betreten die ersten geladenen Kunstliebhaberinnen den Hof, wo sich auch das ehemalige Tonstudio der Musikband “Kraftklub” befindet. Hier ist es ruhig. Auch vom Studio ist nichts zu hören.
Obwohl, doch: Jazzmusik! Diese ertönt jedoch aus den Lautsprechern des Ateliers und lockt die Damen über eine mit blühenden Geranien geschmückte Veranda hinein.
Hier werden Sie mit einem Glas Champagner von der Künstlerin Dorothea Schüle und mir – Agnieszka Mese, der Veranstalterin des Abends -, in Empfang genommen und persönlich einander vorgestellt. Das ist der Vorteil einer Veranstaltung im kleinen Rahmen.
Bis alle eingetroffen sind, schauen sich die Gäste um, nehmen die Atmosphäre des Ateliers wahr, wechseln bereits das ein oder andere Wort mit der Künstlerin und können durchaus schon nachempfinden, wie die Künstlerin hier – begleitet von Jazzklängen – ihre lebensfrohen Bilder aller Dolce Vita entstehen lässt.
Atelier Dorothea Schüle, FrauenArt am 5. Juni 2019, ArtConsultingMese
Die Lebenseinstellung und das Gefühl von Dolce Vita vermittelt auch fast jedes der Gemälde, die bei dieser FrauenArt präsentiert werden. Besonders ist dieses bei der Vielfalt der Schuhe und Accessoires spürbar. In mehreren mittelgroßen Hochformaten, in unterschiedlichen Farben und Mustern sind Stilettos, Pumps oder High Heels dargestellt, begleitet von Parfumflaschen, Perlenketten oder Messern. Hier spürt die Betrachterin noch die Aufbruchsstimmung, des “Sich-Schick-Machens” und die Vorfreude auf das bevorstehende Treffen.
Vielleicht fährt sie hin mit dem roten Porsche, den die Künstlerin ebenfalls in Öl auf Leinwand verewigt hat. Die 160 x 300 cm große Leinwand nimmt eine ganze Wand für sich in Anspruch. Und das ist die andere Seite der Künstlerin. Auch wenn sie das “typische Frauenthema” in der Kunst, nämlich das Stillleben, aufgreift, sind es keine naturalistischen Wiedergaben in Öl, sondern eigene Interpretationen, die über das Motiv an sich hinaus gehen, auch wenn die Künstlerin diese gegenständlich malt. Die Farben sind leuchtend, fröhlich und eigensinnig gewählt. Die Kompositionen zeigen Bezüge, die hier und da durchaus auch einen symbolhaften Charakter enthalten können, unter den eigenen Bildelementen auf.
So ist der rote Porsche bei Dorothea Schüle nicht nur ein schönes Auto, sondern auch ein Sportwagen, der Status, Spaß und Gefahr in sich birgt – wie sie selbst in dem offenen Gespräch mit den Teilnehmerinnen der FrauenArt verrät.
Gern malt die Künstlerin größere Formate. “Da ist die Aktivität eine andere.” Und lieber auf der “Malwand” als an der Staffelei. Das ist ihr manchmal “zu wackelig”. Für den heutigen Abend von FrauenArt hat sie diese geweißt, damit die zahlreichen Stillleben gut zur Geltung kommen. In Petersburgischer Hängung bilden sie ein eigenes buntes Szenario. Unterstützt wird dieses von dem mit Farbklecksen übersäten Boden, der wiederum von den vielen Gemälden zeugt, die hier vor Ort entstanden sind.
Generell sieht man in den Ecken Rollen von Leinwänden, Luftpolsterfolie, ein Regal mit mehreren Farben, benutzte Farbpaletten, einzelne Betonblöcke, getaperte Leinwände, die auf den Transport in die nächste Ausstellung in zwei Wochen warten. Hier sieht und spürt die Besucherin von FrauenArt sofort, wie die Künstlerin arbeitet und was ihr Leben bestimmt – ein sehr intimer und intensiver Einblick.
So ist die Atmosphäre sehr vertraut und entspannt. Die Fragen sprudeln sofort nach der Begrüßung heraus und der offene Dialog fließt mühelos. Die Künstlerin ist in ihrem Element und erzählt von Ihren Erlebnissen bei der ersten Preisvergabe, ihrer künstlerischen Prägung durch ihre Familie, die bis in die dritte Generation Künstler/innen beherbergte. Ihre Großmutter zählt zu den ersten Frauen, die vor ca. 100 Jahren an den Akademien in Deutschland studieren durfte.
Wir tauschen Anekdoten aus unserem Leben aus und obwohl die Besucherinnen aus unterschiedlichen Bereichen kommen, sind viele Überschneidungspunkte da. Wir erfahren viel über die Inspiration und Arbeitsweise der Künstlerin – aus erster Hand, direkt an der Quelle der Transformation. Wir lachen gemeinsam, stutzen, lernen dazu und vertrauen uns einander an. Zum Abschluss folgen wir der Dolce Vita und gehen zusammen essen.

Ein gelungener Abend voller bunter und inspirierender Eindrücke – FrauenArt eben.
FrauenArt_5.Juni2019_Atelier_DorotheaSchuele_ArtConsultingMese
Wenn auch Sie beim nächsten Mal dabei sein wollen, schreiben Sie mir:

Wesentliches über die Künstlerin des Abends

Dorothea Schüle

Dorothea Schüle setzt die Tradition ihrer künstlerischen Familie in dritter Generation fort. Und das tut sie sehr gut, denn bereits ihr erstes Ölbild hat den 1. Platz des Xaver-Fuhr-Preises bekommen. Auch mehrere Stipendien hat sie bereits erhalten, unter anderem in Rom und Florenz. Eins davon bereits während ihres Studiums. Seit Beginn ihrer künstlerischen Karriere stellt sie deutschlandweit aus, gelegentlich auch bei “Der Großen”-Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast und Münchner Haus der Kunst. Eine Ausstellung, die über 100 Jahre praktiziert wird und das Schaffen einiger ausgewählter Künstler und Künstlerinnen, die in Deutschland agieren, in einer großen Präsentation, würdigt und anerkennt.
Kunst ist ein Lebensstill - FrauenArt
In der Zwischenzeit hat Dorothea Schüle noch ein zweites Atelier in Schloss Freudental (Baden-Württemberg). Ein Ort wo sie ganz noch im Stil der Freilichtmalerei, ähnlich der großen Impressionisten aller Claude Monet, Alfred Sisley, Camille Pissarro, etc. in der Natur sitzt und direkt vorm Motiv malt. Dieser Bezug ist nicht ganz abwegig, denn studiert hat die vielseitige Künstlerin bei dem international für seine pointilistisch-abstrakte Malerei berühmten Prof. Hermann-Josef Kuhna, bei dem sie 1999 auch ihren Akademiebrief erlangte.

Doch auch wenn die Künstlerin Schüle besonders in ihren Landschaftsdarstellungen den impressionistischen Stil aufgreift, so ist sie in ihren Interieurs und Stillleben gegenständlich-abstrakt. Die Farben sind leuchtend und werden eigensinnig gewählt, was wiederum an die Arbeitsweise der Expressionisten anlehnt. Die Formen werden vereinfacht und die Perspektiven verzerrt, was wiederum an die Polyperspektive der Kubisten denken lässt und das ein oder andere Tischarrangement der Künstlerin an die bunten und polyperspektivistischen Stillleben von Paul Cézanne (einer der Väter der Moderne) erinnert.

In ihrem eigenen Stil, der einige der traditionellen Malweisen aufgreift und diese in eine eigene Bild- und Gestaltungssprache transformiert, widmet sich die Künstlerin scheinbar alltäglichen Motiven, die anfangs scheinbar durch ihre ästhetische Darstellung unsere Aufmerksamkeit einfangen, auf den zweiten Blick weit darüber hinaus gehen und sich mit dem Menschen an sich und seiner Gestaltung des Lebens auseinandersetzen.
Sie wünschen mehr Informationen über die Künstlerin, ihren Werdegang oder weitere Gemälde, Motive, Preise? Schreiben Sie mir:

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