Frauen Art - die Weiblichkeit in der Kunst

Eine Reportage über die Auftaktveranstaltung am 25.01.2019
Es ist ein kalter und regnerischer Freitagabend – typisch für das Winterwetter in Düsseldorf. Einige Damen stört es nicht. In warme Mäntel eingepackt betreten Sie kurz vor 18 Uhr den Ausstellungraum der von fraunberg art gallery in der Nähe der KÖ.

Hier findet heute zum ersten Mal FrauenArt statt. Unterstützung, Vernetzung und Sichtbarkeit der Frau in der Kunst sind die drei wesentlichen Beweggründe für dieses nun startende Projekt.

Die Idee keimte auf, als ich mich letztes Jahr im Sommer mit der Galeristin Antonia von Frauenberg unterhalten habe, dass es doch möglich sein müsste einerseits Künstlerinnen besser sichtbar werden zu lassen und anderseits Damen, die sich für Kunst interessieren bzw. mit dem Gedanken spielen Kunst selbst zu erwerben oder anderweitig zu fördern, einen Raum zu ermöglichen, wo sie sich in Ruhe „herantasten“ können, andere Kunstinteressentinnen kennen lernen und austauschen können. Damit die Intimität gewahrt bleibt, sollte dieser Rahmen auf jeden Fall auch klein bleiben.

Gesagt, getan.
FrauenArt Nr. 1
Die knapp 30 Teilnehmerinnen des Auftaktabends spüren die Intimität, die Offenheit der Künstlerinnen und dass Sie alle willkommen sind. Im hinteren Raum der Galerie, dem Kunstsalon, sind keine Fenster, die den Passanten einen Blick in die Innenräume gewähren. Die Damen sind unter sich und steigen sofort in den Dialog ein. Ungeniert stellen Sie Fragen direkt an die Künstlerinnen. Authentisch werden diese von Alex Woyde, Massha Askari und Theresa Kallrath beantwortet. Die Mimik und Gestik spricht ebenfalls Bände und zeigt, wie persönlich Kunst entstehen zu lassen ist sowie auch Kunst an sich heranzulassen.

Über eine Stunde findet das Gespräch in der Gruppe statt. Es wird gelacht, applaudiert. Von einer Werkpräsentation zu anderen bewegen wir uns weiter. Dabei wechseln wir immer wieder die Perspektive und lernen neue mögliche Entstehungsprozesse und Herangehensweisen an die Kunst kennen, die auch Berührungspunkte haben, meistens jedoch sehr individuell/eigensinnig sind.
Besonders deutlich wird dies gerade durch die unmittelbaren Aussagen und persönliche Einblicke in die „Ateliers“ der drei Künstlerinnen. Die Körpersprache spricht dabei Bände. Abwechselnd erzählen sie vor ihren Werken, was sie inspiriert, wie ihre Schaffensprozesse aussehen und was ihre Visionen sind.

Später werden diese Themen in Einzelgesprächen vertieft. Einige der Damen äußern ihren Dank in dem Gästebuch der Galerie. Andere halten ihre Favoriten fotografisch für sich fest.

Gegen 20:20 Uhr ist es wieder still im Kunstsalon. Fast alle Damen sind geschlossen um die Ecke gezogen weitergezogen, in das Restaurant Rosie’s. Hier wurde der Austausch nun bei einem Glas Hugo und schmackhaften Speisen bis spät in die Nacht fortgeführt. Die Kommunikation und das Teilen liegt nun mal in der weiblichen Natur – FrauenArt eben.

Wesentliches über die Künstlerinnen
des Abends kurz zusammengefasst:

Alex Woyde
Die Künstlerin Alex Woyde lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seit 2017 hat sie einen Lehrauftrag der Malerei an der Universität in Essen. Ihren Meisterbrief hat sie 2016 bei Prof. Brandl an der Düsseldorfer Akademie gemacht. Studiert hat sie bei Anzinger.

Ihre Werke werden deutschlandweit ausgestellt, neben Düsseldorf auch u.a. in Berlin, München, Köln und Leipzig.

Malerisch bewegt sich Alex Woyde zwischen Figuration und Abstraktion. Die atmosphärische Wiedergabe des Moments ist ihr wichtig. Erst dann ist das Bild auch fertig. Manchmal kann der Schaffensprozess mehrere Monate dauern. Übermalungen, Überlappungen spielen in Ihren Bildszenarien eine wichtige Rolle.

(c) von fraunberg art gallery

"For Now"
55 x 70 cm, Öl auf Leinwand

Massha Askari
Die Künstlerin Massha Askari hat vor fünf Jahren (2014) die Düsseldorfer Akademie mit dem Meisterbrief verlassen. Studiert hat sie acht Jahre bei Anzinger und Brandel. Davor hat sie in Aachen die FH besucht, wo sie 2005 einen Diplom für interdisziplinäre Gestaltung erhielt.

Ihre Werke sind europaweit präsent, u.a. in Düsseldorf, Bonn, München und Karlsruhe sowie in Amsterdam und bald auch in Brüssel.

Sie malt aus der Erinnerung und formt diese zu neuen träumerischen Szenarien in denen Bilder ihrer Vergangenheit mit der Fantasie verschmelzen. Daher verschwimmen die Konturen ihrer Motive oft, obwohl sie immer eine in sich ausgewogene Struktur haben. Mit Eitempera auf Leinwand hält Massha Askari auf Klein- und Großformaten ihre Fantasiewelten fest, oft inspiriert durch den Zeitgeist der 50er/60ger Jahre.
Masha Askari, Pink Garden, (c) von fraunberg art gallery

(c) von fraunberg art gallery

"Pink Garden"
170 x 130 cm, Eitempera auf Leinwand

Theresa Kallrath
Die Künstlerin Theresa Kallrath lebt und arbeitet in Düsseldorf. Ihre künstlerische Ausbildung begann bereits in jungen Jahren. Sie studierte erstmals in Lund (Schweden) an der Kunst-Designschule. Im Anschluss ging sie an die Ecole des Beaux-Arts nach Paris und schließlich an die Düsseldorfer Kunstakademie, wo sie bei Dziersk, Anzinger und Brandel studierte. Ihren Meisterbrief machte sie 2016.

Ihre Werke werden inzwischen europaweit präsentiert: in Düsseldorf sowie Berlin, Hamburg als auch Paris und Stockholm.

Die Kunst von Theresa Kallrath findet in der Abstraktion ihren Ausdruck. In Serien, die sie immer betitelt und die oft einen biografischen Bezug haben, arbeitet sie überwiegend auf Groß- und Mittelformaten (Leinwand und Holzkonstruktionen) mit Acryl, Lacken, Wachsstiften und Bleistift.

(c) von fraunberg art gallery

"Radioaktive"
140 x 200 cm, Wachskreide, Lack auf Leinwand


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